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Sehr geehrter Herr Vorsitzender
Schrempp
Frau Staatssekretärin Dr. Eid Herr Dr. Rupert Herr Gorgels Exzellenzen Liebe Freunde Afrikas, als ich zu Jahresbeginn mit der Arbeit an dem Buch »Grenzüberschreitende Peace Parks im südlichen Afrika« begann, konnte ich noch nicht ahnen, dass ich das fertige Ergebnis an einem so schönen Ort und vor einem so interessierten Zuhörerkreis präsentieren würde. Auch wusste ich noch nicht, dass mich das Thema immer mehr in seinen Bann ziehen würde. Als ich später Gelegenheit hatte, verschiedene Peace-Park-Vorhaben vor Ort zu studieren, konnte ich nicht nur die Naturschönheiten jener Projekte genießen, von denen jedes einzelne in ökologischer, politischer und sozialer Hinsicht einzigartig ist. Ich durfte auch die Aufbruchstimmung aller Beteiligten miterleben – der Politiker, der Naturschützer, der Beschäftigten im Tourismusgewerbe, der Parkmitarbeiter, der Unternehmer und auch der vor Ort lebenden Menschen. Vollends begeistert wurde ich in den Gesprächen mit Dr. Anton Rupert, dessen Peace Parks Foundation mit unermüdlicher und professioneller Arbeit dazu beigetragen hat, die Umsetzung der Projekte immens zu beschleunigen. Ein Peace Park ist bereits eröffnet – der zwischen Botswana und Südafrika liegende »Kgalagadi Transfrontier Park« – und die Anlage von vier weiteren Parks wurde zwischen den betroffenen Staaten vertraglich vereinbart. Darunter befindet sich die fast 100.000 km² große »Greet Linpopo Transfrontier Conservation Area«, die ein Gebiet von der Größe Portugals umfassen soll. Besonders bemerkenswert erschien mir, dass in dem von Verantwortungsbewusstsein und Humanismus geprägten Denken von Dr. Rupert der Mensch stets im Mittelpunkt steht. Die Partnerschaft des Menschen mit der Natur muss durch die Partnerschaft des Menschen mit dem Menschen ergänzt werden. Naturreservate dürfen nicht allein um der Tiere und Pflanzen willen angelegt werden und die Menschen in ihrem Umfeld ignorieren. Auch dürfen sie nicht zu Refugien von wohlhabenden Touristen der Ersten Welt werden, die sich hinter hohen Mauern vor den benachbarten Menschen der Dritten Welt abschotten. Im Gegenteil: Die künftigen Peace Parks müssen die Menschen vor Ort partnerschaftlich und eigenverantwortlich einbinden und ihnen echte Möglichkeiten der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung eröffnen. In meinem Buch habe ich versucht, die ungeheure wirtschaftliche Dynamik aufzuzeigen, die von den faszinierenden Projekten ausgeht und die nicht nur der lokalen Bevölkerung, nicht nur den betroffenen Staaten im südlichen Afrika, sondern auch ausländischen Investoren zugute kommen wird. Hervorheben möchte ich noch einen weiteren Aspekt des Konzeptes: Peace Parks tragen dazu bei, Grenzen zu überwinden. Einerseits bewahren und respektieren sie das Bestehende, andererseits machen sie Barrieren durchlässig und erweitern den Horizont. Denn Peace Parks schlagen Brücken zwischen Staaten, zwischen Völkern, zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, zwischen divergierenden politischen Konzepten und Ideologien, zwischen Arm und Reich und natürlich auch zwischen den Menschen und der Natur. Es sind wahrhaft großzügige und weitherzige Projekte. Das Konzept besitzt hohe Symbolkraft und universale Geltung. Und diese Projekte gehen von Afrika und den Afrikanern aus – dies sollten wir Europäer mit dem gebührenden Respekt zur Kenntnis nehmen. Ich bin der Südlichen Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft – SAFRI sehr dankbar, dass sie das vorbildliche Konzept Peace Parks tatkräftig unterstützt und mich mit der Ausarbeitung der ersten deutschsprachigen Veröffentlichung beauftragt hat. Es freut mich daher besonders, das erste Exemplar Herrn Jürgen Schrempp hiermit persönlich überreichen zu dürfen. |