Unsere Mission: Engagement für eine Zukunftsregion
Im Jahr 1996 wurde die Südliches Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft – SAFRI vom Afrika-Verein (AV), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ins Leben gerufen. Mit vielfältigen Initiativen macht SAFRI auf das Potenzial der Region aufmerksam und möchte die deutsche Wirtschaft zu einem verstärkten Engagement hinführen.
Anfang der 1990er Jahre war das südliche Afrika noch in ruinöse Bürgerkriege verstrickt. Die Zuwachsraten waren marginal, die Volkswirtschaften durch hohe Zölle und Barrieren abgeschottet, in einigen Staaten plünderten despotische Staatsführer die Ressourcen.
Heute ist die Region befriedet und erlebt einen rasanten Wandel. Politisch und ökonomisch wächst sie in der Southern African Development Community (SADC) zusammen. Die Republik Südafrika ist nach Abschaffung der Apartheid wieder voll in die Weltgemeinschaft integriert und setzt mit ihrer Wirtschaftskraft vielfältige Impulse. Die regionale Inflationsrate beträgt inzwischen ca. 10%.
Zu bekannten Erfolgsgeschichten wie Botswana und Mauritius sind neue hinzugekommen. Unterstützt durch eine pragmatische Politik, können Staaten wie Mosambik und Sambia vermehrt ausländische Investoren anlocken und Ressourcen erschließen. Für den derzeit größten Wachstumsmarkt Angola mit Spitzenwerten von über 20% jährlich wurden die Hermesbürgschaften aufgestockt, ein Investitionsschutzabkommen wurde abgeschlossen.
Demokratie und Rechtstaatlichkeit sind heute in den meisten Staaten fest verankert. Frühere Sorgenkinder machen Fortschritte, man denke an die erfolgreichen Wahlen in der DR Kongo. Gute Regierungsführung ist auf dem Vormarsch. In zunehmendem Maß kommen Mechanismen zur Korruptionsbekämpfung zur Anwendung.
Internationale Akteure wie die EU und die G8 unterstützen diesen Prozess. So machte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die Förderung von Investitionen in Afrika und dessen verstärkte weltwirtschaftliche Integration zu einem Thema der deutschen G8-Präsidentschaft.
Großzügige Schuldenstreichungen haben ein wesentliches Wachstumshindernis beseitigt. Die an Bedingungen geknüpfte Entwicklungszusammenarbeit fördert gezielt Demokratie, good governance und nachhaltige Entwicklung.
In den letzten Jahren erzielte das südliche Afrika Rekordhöhen bei ausländischen Direktinvestitionen. In zahlreichen Sparten winken lohnende Betätigungsfelder: Energiegewinnung und Bergbau, Wasser - und Elektrizitätswirtschaft, Telekommunikation, Transportwesen, Landwirtschaft, Tourismus. Auch wenn strukturelle Probleme wie verbreitete Armut, HIV/AIDS oder Kriminalität in Ballungszentren noch zu überwinden sind: Das südliche Afrika mit seinen 250 Mio. Menschen ist ein Markt mit großen Chancen. China hat dies erkannt und seine Präsenz stark ausgebaut.
Das Großereignis „Fußballweltmeisterschaft 2010“ wird den Fokus der Welt nicht nur auf Südafrika, sondern auf die gesamte Region lenken. An die 400 000 Besucher werden erwartet, Milliarden Menschen werden die WM im Fernsehen verfolgen. Von SADC-weiten Investitionen in den Bereichen Infrastruktur, Logistik und Tourismus werden die Kaprepublik und ihre Nachbarn nach diesem Großereignis profitieren.
Zusammen mit meinen Kollegen im SAFRI-Exekutivkomitee und den Trägerorganisationen bin ich überzeugt, dass sich unser Engagement für eine Zukunftsregion lohnen wird - politisch, wirtschaftlich und menschlich. Jetzt kommt es darauf an, im südlichen Afrika aktiv zu werden, ansonsten werden seine Probleme zu uns kommen.
Prof. Dr. h.c.
Jürgen E. Schrempp
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